frapalymo, deutsch-italiano, impuls vier

Hervorgehoben

eine intensive, schwierige, zeitaufwendige aufgabe – und so faszinierend

heute bei frau paulchens lyrikwoche https://paulchenbloggt.de/2019/02/04/frapalywo-geborgte-worte-impuls-fuer-tag-4/

wir schreiben ein erasure- gedicht:„schreibt ein erasure gedicht: streicht also all das weg, das ihr nicht nutzen wollt bzw. behaltet nur die wörter, die ihr haben wollt und verändert dabei nicht die reihenfolge. material für euren text ist das gedicht „erklär mir, liebe“ von ingeborg bachmann.

per oggi un compito intenso, difficile e che richiede un bel po‘ di tempo. ma è molto affascinante. si scrive una cosiddetta ‚poesia erasure‘: viene cancellato tutto ciò che non si vuole utilizzare, vuol dire di tenere solo le parole che si vogliano avere per il proprio testo – non variando la sequenza originale. il materiale si basa su un’opera di ingeborg bachmann. presso seguente link ho trovato la versione in lingua tedesca ed italiana.

 

Spiegami, Amore

Lieve il tuo cappello si leva, saluta, fluttua nel vento,

il tuo capo scoperto ha incantato le nuvole,

il tuo cuore ha da fare altrove,

la tua bocca s’annette  nuovi idiomi,

l’erba tremolina si propaga nei campi,

Di aster, soffiando, l’estate attizza e spegne il fuoco,

e tu sollevi il volto accecato dai fiocchi,

ridi e piangi e a causa tua soccombi,

cos’altro mai può accaderti –

 

Spiegami, Amore!

 

Il pavone, in solenne stupore, fa la ruota,

la colomba rialza il suo bavero di penne,

satura del tubare, si distende l’aria,

grida il maschio dell’anatra, di miele selvatico s’impregna tutto il paese, anche nel parco ben disposto ogni aiuola ha cinto

una polvere d’oro.

 

Rosso si fa il pesce, supera il banco

e si tuffa tra grotte nel letto di coralli.

Su musica di sabbia argentea timido danza lo scorpione,

da lungi il coleottero fiuta la maestosa;

avessi questo suo senso, sentirei anch’io

sotto la sua corazza il bagliore di ali

e m’incamminerei verso il lontano cespuglio di fragole!

Spiegami, Amore!

 

L’acqua sa parlare,

l’onda prende l’onda per mano,

nella vigna s’ingrossa l’uva, si spacca e cade.

E quanto priva di malizia la chiocciola lascia la sua casa!

 

Una pietra sa come ammorbidirne un’altra!

 

Spiegami, Amore, ciò che non so spiegare:

dovrei passare questo breve orribile tempo

soltanto con pensieri e, caso isolato,

non conoscere amore né far nulla che amore sia?

Si è costretti a pensare? Non si avverte la mancanza di chi pensa?

 

Tu dici: un altro spirito conta su di lui.

Non spiegarmi nulla. Vedo la salamandra

attraversare ogni fuoco.

Non un fremito la scuote e nulla le dà dolore.

(Traduzione di Anna Maria Curci)

 

Erklär mir, Liebe

Dein Hut lüftet sich leis, grüßt, schwebt im Wind,

dein unbedeckter Kopf hat’s Wolken angetan,

dein Herz hat anderswo zu tun,

dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,

das Zittergras im Land nimmt überhand,

Sternblumen bläst der Sommer an und aus,

von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,

du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,

was soll dir noch geschehen –

 

Erklär mir, Liebe!

 

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schlägt sein Rad,

die Taube schlägt den Federkragen hoch,

vom Gurren überfüllt, dehnt sich die Luft,

der Entrich schreit, vom wilden Honig nimmt

das ganze Land, auch im gesetzten Park

hat jedes Beet ein goldner Staub umsäumt.

 

Der Fisch errötet, überholt den Schwarm

und stürzt durch Grotten ins Korallenbett.

Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion.

Der Käfer riecht die Herrlichste von weit;

hätt ich nur seinen Sinn, ich fühlte auch,

daß Flügel unter ihrem Panzer schimmern,

und nähm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

 

Erklär mir, Liebe!

 

Wasser weiß zu reden,

die Welle nimmt die Welle an der Hand,

im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt.

So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

 

Ein Stein weiß einen andern zu erweichen!

 

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:

sollt ich die kurze schauerliche Zeit

nur mit Gedanken Umgang haben und allein

nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?

Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?

 

Du sagst: es zählt ein andrer Geist auf ihn …

Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander

durch jedes Feuer gehen.

Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.

 

Ingeborg Bachmann

 

Hier nun meine beiden Werke, sie weichen aus sprachlich-grammatikalischen Gründen leicht voneinander ab.

leis im Wind Wolken

das Zittergras bläst Flocken

du lachst mir Luft von weit zu

im weinberg

du sagst

erklär mir nichts

 

lieve nel vento le nuvole

l’erba tremolina soffiando fuoco

e tu ridi

l’aria sa parlare

nella vigna

tu dici non spiegarmi nulla

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ulbarbs Ligurien, Teil zwei

Wie versprochen, sind wir noch einmal in Ligurien unterwegs. Es geht heute auf  eine Burg.

Wir fahren nach Finale Ligure, besser gesagt nach Finalborgo, um dort Castel San Giovanni zu besichtigten.  Immer wieder werden in den Sommermonaten geführte Nachtwanderungen zu Castel San Giovanni und zum nahe gelegenen Castel Govone angeboten, aber man konnte sie nie richtig betreten. Seit relativ kurzer Zeit ist Castel San Giovanni für Besucher zugänglich gemacht worden. Es  diente u.a. als Verteidungsanlange gegen die Spanier, aber auch als Sitz des marchese (Marqui) zu Finale: https://it.wikipedia.org/wiki/Castel_San_Giovanni_(Finale_Ligure)

Kleiner Tipp für die Mittelalterfans unter Euch: sehr empfehlenswert ist das Mittelalterfest, das immer im Sommer in Finalborgo (dieses Jahr vom 22.8. bis zum25.5.) abgehalten wird.

Der Eintritt in die Burg ist gratis, jedenfalls als wir dort waren,  man kann sich lange zwischen den Mauern aufhalten, ungestört durch die Räumlickkeiten streifen und einen fantastischen Ausblick auf Berge und Mittelmeer geniessen.

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das Haupttor, hier befindet sich ein Autoparkplatz, von dem aus unserer Spaziergang beginnt.

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Der Aufgang zum Kastell geht durch alte Strassen hoch

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Burgtor

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Aussicht auf die kleine Stadt und hinten erkennt man das Mittelmeer, davor die ehemaligen Produktionshallen der Piaggio-Fabrik

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ein Wachturm

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Im Inneren der Burgkapelle

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Ausblick auf die gewaltigen Berge, die hier direkt ins Meer fallen

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Panorama Bergwelt

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Naturschutz

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Treppen, Treppen, viele Treppen

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Ausblick

Wieder unten im Stätdchen angekommen, besuchen wir vergangene Zeiten:

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nicht street art, sondern ‚door art‘

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ein sehr lauschiger und schattiger Ort, leider privat

noch mal kurz an die Strandpromende von Finale Ligure:

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alles klar Schiff!  die Badesaison kann kommen!

ulbarbs Ligurien, Teil eins

Ein Beitrag, der Sommerlaune machen soll:

Obwohl seit langem nicht mehr dort gewesen und im Frühjahr nur für vier Tage, ist Ligurien aus ulbarbs italienischem Leben nicht wegzudenken.

Diese Region besuche ich seit Anfang der neunziger Jahre, da die Eltern des Mannes dort eine Wohnung besitzen, in der wir/ich immer wieder Urlaub machen durften. Wir bewegen uns vor allem im Küstenabschnitt zwischen Noli und Imperia, mit einzelnen Abstechern nach Portofino, Santa Margherita, San Fruttuoso, Genua (mit Entsetzen, Wut und Trauer verfolgten wir den Einsturz und den Abriss der Morandi-Brücke), Ausflügen ins bergige Hinterland (zum Beispiel nach Badalucco oder Toirano), nach AlbengaSanremo oder an die nicht weit entfernte Côte d’Azur.

Das allererste Mal kam ich im Winter nach Ligurien, ein paar freie Tage nach dem schriftlichen Abi… und es war zauberhaft. Nur der Mann, sprich mein damaliger Freund, und ich; wir flogen wie Figuren eines Bildes Chagall durch den Wind, durch die lauen Temperaturen, durch das viele Blau und Grün. Die Welt war licht.

Was mich damals, wie heutzutage noch immer,  beeindruckte war die Flora. Im Januar sah ich „echte“ Orangen und Zitronen an den Bäumen hängen und wollte gar nicht mehr aufhören, darunter spazieren zu gehen! Oder die Kiwibäume, oder die Olivenbäume, oder der Oleander oder die sogenannte ‚macchia mediterranea‘, ein ganz einmaliges (Planzen-)ökosystem aus Büschen und niedrigen Bäumen

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Der zweite Aufenthalt in Ligurien fiel voll in die Hauptsaison, und es hatte mir absolut nicht mehr gefallen. Der Ort, wo sich ‚unsere‘ Ferienwohnung befindet, heisst Pietra Ligure, ich erkannte nichts wieder: total überlaufen, unromantisch. Zu viel Lärm. Zu viele Menschen in den Hotelburgen, zu viele Menschen in den Lokalen, auf den Stadtfesten, an den Stränden.  Ich habe schnell gelernt, die sogenannten lidi, die privaten Strandbäder, zu hassen. Das ist nichts für mich: man muss eine Menge Geld liegen lassen, um Eintritt zu zahlen, um zwischen pedantisch aufgereihten Liegestühlen (stets ’sold out‘) ans Wasser zu kommen – und das alles noch zu festgelegten Öffnungszeiten.  Ausserdem waren da noch die zukünftigen Schwiegerleut’… (ich habe sie gerne, ehrlich, glaubt mir!), die mich, stolz auf die Verführungskünste ihres Jüngsten,  wie ein Ausstellungsstück herumreichten,  und versuchten,  mir  die italienische Etikette beizubringen. Aus Liebe zum Mann bin ich damals nicht abgereist … und eben immer wieder gekommen.

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hier seht Ihr Pietra Ligure, aufgenommen an einem Nachmittag im Gegenlicht

Ligurien bedeutet für mich/uns in erster Linie Entspannung. Als Menschen, die in einer grossen Stadt leben, finden wir hier eine abwechlungsreiche Mischung aus Ruhe, Entspannung, Leben, Freizeitvergüngen, Bewegung und Auslauf für die Kids, vor allem als diese noch etwas  kleiner waren.  Touristen finden eine herrliche Landschaft, ein gutes Klima (im Winder mild und im Sommer nicht zu heiss), gutes Essen, gepflegte Strände (familien-, kinder- und einige auch hundefreundlich) und sauberes Meer (es gibt sogar whale-watching-Bootsausfahrten!),  gut ausgestattete Yacht- und Segelboothfen (Loano zum Beispiel),  Badeerlebniswelten und interessante Alternativen zu den klassichen Hotels (B&Bs im Hinterland), malerische Orte, Kalksteinhöhlen, outdoor-Angebote wie climbing, Pferdetouren, Wandern und biken, Wochen- und Bauernmärkte und Kunsthandwerk ( zum Beispiel in Albisola).

Zu meinen Lieblingsorten zählen: die Städte Noli und Laigueglia und der mittelalterliche Stadtteil von Finale Ligure (Finalborgo), die hippie-schicke Künstlerkolonie, die sich in dem von einem Erdbeben zerstörten Bergdorf Bussana Vecchia angesiedelt hat und der Ortsteil Verezzi, der zum Städtchen Borgio gehört. Verezzi ist mehr als 900 Jahre alt, wurde dank der strategischen Lage und Aussicht, von ’sarazenischen‘ Piraten angegriffen und okkupiert, ist heute u.a. bei Theaterliebhabern bekannt, da im Sommer auf der piazza wundervolle spettacoli geboten werden. Ich bin im Besitz eines Fotos, dass mich in den Armen des Schaupielers Michele Placido zeigt! Hier, in Verezzi, könnte ich mir meinen Altersruhesitz vorstellen!

Mein Lieblingsbadestrand nennt sich ‚baia dei saraceni‚ und gehört zum Ort Varigotti, der ebenfalls sehenswert ist. Er liegt direkt an der via aurelia, der Aurelischen Strasse; eine Römerstrasse, die von Rom bis nach Arles führte. Googelt ruhig mal nach dem Strand und ihr versteht, warum ich diese Stelle so liebe!

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Strandleben in Finale Ligure

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Strandleben in Finale Ligure

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Strandleben in Pietra Ligure

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Kiesstrand in Pietra Ligure

Den Strand in Pietra habe ich für zwei aufeinanderfolgende Jahre im Monat Juni alleine genossen. Die beiden grossen Kids durften mit den italienischen nonni nach Sardinien fahren, der Mann musste arbeiten und so beschlagnahmte ich das Appartement mit meiner Kleinsten, sie war damals knapp etwas mehr als ein bzw. zwei Jahre. Viele italienische Familien bzw. mamme machen getrennten Sommerurlaub, denn die langen, freien Monate, wenn Kigas und Schulen dicht machen, verlangen nach Improvisationstalent. Um mich bewegen zu können, nahm ich entweder das Rad (es gibt streckenweise der via aurelia entlang gut ausgebaute Fahrradwege) oder den Bus. Und da kann man gar nichts falsch machen, den dieser fährt auch auf der via aurelia, man muss nur entweder in die linke oder rechte Fahrtrichtung einsteigen, je nachdem, ob man nach Westen oder Osten will, andere Richtungen gibts auf der Küstenstrasse nicht.

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Streetfood: Pommes und frittierte Sardellenfilets

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Streetfood: farinata

Die farinata ist ein typisches Holzofenprodukt und wird aus Kichererbsenmehl, Olivenöl, Wasser und Salz hergestellt. (Bei wikipedia.de findet ihr einen Artikel dazu). Uns schmeckt sie ausserordentlich gut, wenn sie, frisch aus dem Ofem, reichlich gepfeffert wird. Wir holen die farinata immer bei einem Laden, der schon seit Generationen von den Frauen einer ligurischen Familie betrieben wird. Der Laden liegt in den uralten Gassen Pietras. 

Kleine Anmerkung ulbarbs: enge Strassen werden im italienischen Volksmund ‚budello‘ genannt, was man mit ‚Gedärm‘ übersetzen kann.

Bei dem Stichwort ‚Olivenöl‘ fällt mir ein, dass ich einmal, ganz unabhängig von meiner italienischen Familie, ein paar Urlaubstage in Ligurien verbrachte. Mitte der neunziger Jahre war ich einige Monate lang als Aupair in Turin gewesen und mit der Mutter und dem Baby fuhren wir zu dritt in eine kleine Siedlung oberhalb von Arma di Taggia, wo die Grosseltern des Kindes lebten. Diese waren Schafbauern und hatten auch einen kleinen Olivenhain.  Liebe, herzliche, aufgeschlossene Leute, was mich aber total überraschte , die nichts mit dem Leben am Meer zu tun haben wollten. Von der Terasse ihres Häuschens hatte man eine bombastische Aussicht auf das blaue Meer, aber die beiden definierten sich als ‚montanari‚, als Bergbewohner, die tatsächlich nicht schwimmen konnten und keinen Fisch mochten.

Ich denke, das  diese Anekdote den Zauber dieser Landschaft aufdeckt. Das manchmal fast unwirklich wirkende Zusammenspiel zwischen ‚mar‚ und ‚monti‚, also „Berg und Meer“.

Nach all den Jahren sehen wir aber auch negative Seiten, wie die veralteten Infrastrukturen, die teuren Preise, das hohe Verkehrsaufkommen und ausserdem … eine Freundin brachte es auf den Punkt: „ja schon schön, aber ein bisschen zu viel „man spricht Deutsch“-Stimmung.“

Und mit dem Schlußsatz, dass ich euch das nächste Mal auf einen ‚monte‚ bringen werde, schliesst sich Teil eins; im nächsten Beitrag werde ich euch auf eine ligurische Burg entführen…

Reisbällchen (aranicini di riso)

Auf die Schnelle, ein schnelles Rezept.

Und die grosse Neuigkeit, dass bei ulbarb glutenfrei gekocht wird. Seit neuestem hat sich zu meinem alten Freund Hashimoto noch eine freundliche Zölakie gesellt… OMG!

arancini kommen eigentlich aus Sizilien, ich kenne sie auch als römische Spezialität.

Mal wieder hatte ich vom Vortag noch risotto, genauer ‚risi pisi‘,   übrig und ich hatte am Abend Zeit zum Kochen, also nix da mit in der Mikrowelle warm machen!!

Ich gab zu dem Reis, etwa drei Portionen, drei Eier  und eine Handvoll klein gewürfelten Schweizer Käse dazu und vermengte alles.  Ich formte kleine Bällchen und rollte diese in glutenfreiem Paniermehl. In einer Pfanne habe ich Öl erhitzt und dann die arancini goldbraun ausgebacken, auf Küchenkrepp auskühlen lassen und lauwarm serviert.  Dazu gab’s einen reichhaltigen, bunten Salat. Die arancini kann man warm oder kalt essen, eignen sich  auch als antipasti oder Party- und Picknicksnack.

arancini

 

 

Meine „Auto-Biografie“

(Gestern, auf Twitter, hatte ich Euch zwar Fotos aus Ligurien versprochen. Aber zuerst musste dieser Post termingerecht raus.)

Lasst mich mal so beginnen: Mein Vater ist bereits bei der Nummer 12 angekommen, ich bin immer noch bei der Nummer eins.

Um was geht’s?

Um Autos. Soll also heissen, dass mein Vater bis heute 12 Wagen gefahren hat; was er auch auf dem Nummernschild verewigen liess. Ich fahre immer noch mein erstes Auto, welches von meiner Mutter als „Rutscherle“ bezeichnet wurde.

Beim Stöbern im Internet bin ich auf diese Blogparade, von Alexander initiiert, gestossen. Ich habe noch nie an einer blogparade teilgenommen,  das Thema hier interessierte mich schon ein bisschen. Nicht, weil ich eine ausgesprochene Autokennerin bin, sondern weil ich einfach nur leidenschaftlich gern Auto fahre, viele Autos gefahren habe (u.a. die von meinem Manne) und weil mein Herz an einem uralten Kleinwagen, an einem Fiat Punto 1.2i cat 3P hängt.

Viele meiner Alltagsgegenstände sind betagt. Das erste Handy bekam ich 2002 und nach mir benutzten es noch die Kinder bis vorheriges Jahr. Da ist mein Laptop, der ist acht und wurde schon gebraucht gekauft. ‚Gudrun‘, so wurde die Spülmaschine getauft, wird im November 13, die erste Waschmaschine ging nach 21 Jahren kaputt, die Mocca ist so alt wie unsere Ehe und der Mann wird diesem Sommer einen runden Geburtstag feiern und der Sohn ist volljährig plus eins.

Und dann gibt es eben ihn, meinen heissgeliebten Fiat aus dem Jahr 1999. ‚Pünktchen‘ nennt er sich und hat sage und schreibe nur etwas mehr als 95.000 Kilometer; Motor(-teile), Schaltung, ein Rückspiegel und Innenausstattung original erhalten. Der Wagen ist kinderleicht zu bedienen, weil pure Fuss- und Handkoordination ausreicht. Silber-metallic-verkratzt, dreitürig und ohne irgendwelche optionals, Assistenzsysteme oder Klimaanlage, bis auf elektrische Fensterheber. Ach, nee,  fast vergaß ich’s, es gibt noch einen herausnehmbaren Kassettenrekorder mit Radio. Und im Winter niedliche Quietschgeräusche, da der arme Kerl nur einen Stellplatz auf dem Hof draussen hat und erst warm laufen muss. Nach den ersten 1500 m kehrt dann Ruhe ein.

Meinen rosa Lappen machte ich Anfang der neunziger Jahre, auf einem Golf. Zu Studienzeiten finanzierte mein Vater meiner Schwester und mir einen Zweitwagen. Die ersten waren ein  grünlicher VW Jetta dunkelblauer Seat Ibiza. Und ich hasste diese Teile: einfaches Blechspielzeug, noch mit Choke. Nie bin ich mit dieser Starterklappe klar gekommen. Es folgte ein Seat Cordoba. Absolut cool, da relativ schnell, knallrot und mit schickem Heckansatz. Dieses Auto war sogar für einige Monate als Dienstwagen des Landes Baden-Württemberg angemeldet, da ich es während eines Praktikums in einem ZfP brauchte, um Fahrten mit und für Patienten zu unternehmen. Ich fühlte mich kompetent und professionell. Ziemlich schnell nach dem Studium zog ich nach Torino, Italien, um und dann hatte ich lange Zeit keinen Wagen. Bis auf einen Dienstwagen einer Sprachschule und die Autos  meines Mannes. In Turin durfte ich also einen Fiat Panda 4×4 eines Sprachinstituts benutzen. Der pure Wahnsinn bei dem Grossstadtverkehr! Es kam mir vor, als ob ich in einer Eierschale mit Autoreifen sitzen würde. Auf der anderen Seite finde ich den neuen Panda 4×4 genial, ein Kleinstwagen mit starker Leistung. Könnte mich interessieren.

Pünktchen ist auf den Namen meines Mannes zugelassen, aber da er ausschliesslich seine Geschäftswagen fährt, gehört der Fiat mir ganz alleine. Weil ich auch die Geschäftswagen fahren darf, zum Beispiel am Wochenende oder im Urlaub (letzten Sommer kamen wir während unserer Osteuropatour auf 7000 km), habe ich folgende Automarken bzw. -modelle kennengelernt; an einzelne technische Ausführungen/Details erinnere ich mich nicht: Renault Megane, Renault Laguna,  zweimal Ford Mondeo (Automatik), dreimal VW Passat, Volvo V 60 (Automatik), zweimal Fiat Freemont (Automatik), Peugeot 5008  (Automatik).

Die liebsten Erinnerungen habe ich an den Megane. Mit dem ‚Karren‘ fuhren wir in einen unseren schönsten Urlaube, nach Rom. Es war so heiss, es gab keine Klimaanlage. Und es war uns so was von egal! Einige Jahre später, fuhr mein Mann  mich mit demselben Auto ins Krankenhaus zur Geburt des ersten Kindes. So wurde der Megane zur allerersten Familienkutsche. Es folgte der Laguna, den bin auch auch noch oft gefahren, er war unser erster, richtig ‚grosser‘ Wagen. Sportlich, schnell, mit praktischen Dimensionen und ansehnlicher Optik. Dann, im Jahr 2005 kam ich auf den Punto, zeitlich gesehen zwischen Kind Nummer zwei und Kind Nummer drei. Die ersten Ausfahrten begrenzten sich auf einen kleinen Radius, waren aber pädagogisch wertvoll, denn ich klapperte all die Spielplätze in Monza ab, die ich sonst zu Fuss nie erreicht hätte bzw. hatte. An die Fords und VW habe ich gar keine spezifischen Erinnerungen. Den Volvo liebte ich. Ich mag generell das Design, wobei ich die früheren, eckigeren Formen, wie bei einem Volvo Polar, bevorzuge. Obwohl der V 60 schon recht voluminös war, war er bestens zu fahren. Leider sass ich oft am Steuer, denn den Volvo besaßen wir,  als mein Mann  länger krank war, ins Krankenhaus musste  und ich ihn öfter begleiten musste. Auf dem Klinikparkplatz stellte ich den Wagen immer in der Reihe ‚f‘ ab, ‚f‘ wie ‚fuck‘. Das entsprach meiner Stimmung. Mit den Freemonts kam der SUV zu uns. Die Freemonts habe ich absolut nicht gemocht. Die waren mir zu sperrig, zu massiv, zu futuristisch. Ich hatte immer das Gefühl, dass mein Körper viel zu klein sei, um dieses Monstrum steuern zu können. Ich hatte Angst, mich ans Lenkrad zu setzen.  Das Armaturenbrett war mir zu unübersichtlich, es hätte ein Flugzeugcockpit sein können. Die ausgefeilte Elektronik erlebte ich lange Zeit als ‚Komplikation‘, als Ablenkung, nicht als Unterstützung. Jedoch erlaubte der Freemont dank der Geländegängikeit und seinen Ausmassen tollste Urlaube.  Vor zwei Jahren machten wir zu sechst (im Freemont gibt’s Platz für bis zu sieben Personen) total bequem die Reise in die Abruzzen.   Und während den Familienferein in Frankreich, Kroatien und auf Sardinien fanden wir stets den Weg bzw. die Sandpiste zu entlegensten Buchten und Stränden. Als wirklich sinnvoll finde ich für so lange Fahrten die Funktion des cruise control. Das vermisse ich an meinem „Rutscherle“. In den Peugeot bin ich verliebt. Schon beim Besuch im Autohaus hat er mich überzeugt. Nun fahren wir ihn seit zehn Monaten und er gehört zu meinen Lieblingen… Tolle Linien, tolle Innenausstattung, zuverlässlicher Fahr- und Parkassistent und (für uns 5 extrem wichtig) die Kids schätzen es sehr, dass jeder der drei Rücksitze einzeln verstellbar ist. Unsere Route an Ostern, Monza-Schwabenland-Monza-Ligurien, verlief u.a. so gut, weil der Wagen komfortabel ist. Vier Stunden durchfahren sind problemlos aushaltbar. Aussderdem gibt es ein kleines Detail, das ich persönlich sehr ulkig-originell finde. Unterm Bildschirm befinden sich Schaltertasten, die wie ein Musikinstrument gestylt sind.

Wie gesagt, mein Herz hängt aber am Punto. Klein, wendig, ausreichend schnell (Tempolimit in Italien beachten!), übersichtlich, sparsam (na ja, relativ, bei den Superbenzinkosten hier in Italien), unkaputtbar. Das liegt vielleicht auch daran, weil ich ihn sehr sorgfältig hege und pflege und warten lasse.

edf Ich bin auch ein bissle stolz auf mich, weil ich alles, von Abgasuntersuchung, Reifenkauf und -wechsel, Steuer und Versicherung,  alles persönlich organisiere oder eben, je nach Poblem, meinen ‚meccanico‘, ‚carozziere‘ oder ‚elettrauto‘ kontaktiere. Also, der Mann fummelt hier nicht rum! Normalerweise brauche ich Pünktchen für den wöchtenlichen Grosseinkauf, um zur Arbeit zu fahren, für elterliche Taxidienste; aber einmal im Jahr fahre ich mit dem Autole im Sommer ins Schwabenland  und mache dort mit den Kids Urlaub bei Oma und Opa und anderen lieben Menschen, Ausserdem war Pünktchen schon auf Sardinien und in Ligurien unterwegs. Ich komme überall dorthin, wo ich hin will. Ach ja, selbstverständlich habe ich einen Navi – ratet mal, wie kann’s auch anders sein- einen sieben Jahre alten Navi im Handschuhfach. Wobei an dieser Stelle mein bester Copilot erwähnt werden muss: der Sohn. Ein ruhiger Mensch, der den Überblick behalten kann und ein Gespür für Strassen und Richtungen hat. Der Gute ist zu einem zwei-Meter-Mann herangewachsen, passt gerade mal so in das kleine Auto, muss den Sitz dermassen nach hinten schieben, dass er aus dem hinteren Fenster schaut.

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Der Punto eignet sich in folgenden Kombinationen: ich und der Grosseinkauf im vollen Kofferraum; ich und meine Arbeitstasche und viel Spielraum;  ich und alle drei Kinder, Picknick und Gepäck mit null Atemluft (früher: ich und zwei Kinder, ein Buggy und ein Kinderrad und Atemluft); der Sohn,  seine Klassenkameradin und zwei Schultaschen im Falle von Streik des ÖPNVs oder Regenwetter (mehr Leute gehen bei schlechtem Wetter nicht, die Belüftung kommt nicht nach); ich und die mittlere Tochter,  ihre drei besten Freundinnen plus Schultaschen und Turnbeutel, ich und die Kleinste und drei  bis vier ihrer Freundinnen; ich und die Kleinste und ihr Skateboardequipment; ich und unser Kaninchen in der Transportbox; ich, meine Freundin Ica und unser Yogazeug; ich, meine Freundin Chrissi, meine drei Kids und Badesachen, seltenst ich und mein Mann  auf dem Beifahrersitz… die absurdeste „Bestückung“ ergab sich während der Jungfernfahrt, im April 2005, nach Sardinien. Ich, mein Mann, zwei Kinder mit Kindersitzen, das  Gepäck, ein Buggy mit Trittbrett und ein elektrischer Heizkörper. Aus dem einfachen Grunde, da es in dem Ferienappartement keine Heizung gab und es saukalt war.

Ich kenne nur eine einzige Grenze: die Innenstadt von Milano. Nur wenige Male war ich in die City gefahren und ich bin heilfroh, dass mir die  ’neuen‘ verkehrsberuhigten- und Umweltzonen verbieten, mit dem Punto ins Zentrum zu gelangen. Auf den Strassen in Mailand bekomme ich Panik, auch nach Jahren kann ich mich sehr schlecht orientieren – da darf dann Mann mit seinen moderen Wagen fahren.

Mein Traum ist es, den Punto noch lange fahren zu können. Ich habe mich schon informiert, vielleicht wird er ja in vier oder fünf Jahren ein Oldtimer. Ich könnte ihn jetzt schon in eine Art Warteliste eintragen lassen.

Und unsere nächste Fahrt? An Pfingsten, nach Deutschland.

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P.S.: ich habe meinen post gerade noch so fertig gebracht, bis 30.4.19 geht die blogparade noch… wer kennt noch nette auto-biografien?

Eierkuchen mit Nudeln

Zwei meiner schnellen Rezepte als kleines Lebenszeichen…

Kommt es auch bei Euch mal vor, dass ihr vom Vortag Essensreste  habt und nicht wisst, wie diese zu verarbeiten?

Ich hatte eine ziemlich grosse Portion an Spaghetti mit selbstgemachten Pesto übrig.

Pesto geht ja wirklich einfach, wenn man nicht darauf achtet, das frische Basilikum in einem Mörser aus Marmor zu zerkleinern, so wie es eigentlich originalgetreu sein sollte.

Ich nehme eine Knoblauchzehe, 30 gr. Pinienkerne und 100 gr. geriebenen Pecorinokäse. Diese jage ich erst einmal durch den Chopper. Dann gebe ich kaltgepresstes Olivenöl dazu und zwar soviel, dass eine dickflüssige Creme entsteht. Zum Schluss kommen zwei Handvoll frische Basilikumblätter dazu. Schon fertig. Letztens hatte ich keine Pinienkerne genommen, sondern eine Mischung aus Pistazien und Walnüssen. Das war auch sehr fein.

Nun, zurück zum Problem der Resteverwertung. In der Mikrowelle aufgewärmte Pasta schmeckt schrecklich, in meiner Familie backen wir Eierkuchen daraus. Ich reicherte das Ganze mit einer  klein geschnittenen und angebratenen Zucchini an. Die Portion Nudeln habe ich mit dem Gemüse und mit zwei Eiern vermengt (ich rechne pro Person ein Ei). Und dann habe ich in einer heissen Antihaft-Pfanne das Gemisch auf beiden Seiten ausgebacken (Zum Wenden nehme ich einen flachen Deckel oder Teller). Lauwarm serviert wurde es die ideale (Vor)speise zum Mittagessen; es passen Salate, Aufschnitt oder ein Käseteller dazu.

Pesto

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frapalywo, deutsch-italiano, impuls sieben

ja, nun geht auch diese lyrikwoche zu ende.

heute gab es für alle die gleiche schlusszeile:

vielleicht auch nicht*, geborgte schlusszeile von hans magnus enzensberger aus „windgriff“

la settimana liricia sta finendo. oggi per tutti uguale l’ultima riga, la conclusione „magari anche di no“ dalla poesia „windgriff“ di hans magnus enzensberger

Kurze Rede/ Piccolo discorso

Ihr Lieben, was sagen?/ Cari miei, che dire?

Tja, also, hmmm, gut so/ Allora, quindi, ehm, va bene

vielleicht/ eventualmente

auch wenn/anche se

nicht aber sondern/ non ma invece

und trotzdem sowieso/e ciononostante comunque

jedoch ob wenn als/ tuttavia se quando quando

gewesen hätte/ avessi stato

jetzt erst recht/ adesso ora più che mai

wäre oder falls/ sarebbe oppure in caso di

würde immerhin/ sarei pur sempre

nun wohl/ adesso bene

doch/ masì

obwohl/ benché

ach kommt/ ma dai

zum Abschied/ per l’addio

war okay so/ andato bene così

vielleicht auch nicht/ magari anche di no*

frapalywo, deutsch-italiano, impuls sechs

Huch, Schreck lass nach! Das ist ja der vorletzte Impuls; so unsagbar schöne Texte dazu bei https://paulchenbloggt.de/2019/02/07/frapalywo-tag-6-text-6-geborgtes-von-domin-geborgte-worte/ Aus den folgenden Wörtern von Hilde Domin “ fischherzig, das Nichtwort, Traumvolk, Klimawechsler, schwerefrei, befiedern, heimwehgefiedert“, habe ich ‚fischherzig‘ und ‚Nichtwort‘ gewählt und eingebaut.

Che spavento! Il penultimo impulso per questa settimana. Il compito per oggi era di scegliere ed usare alcune parole imprestate di Hilde Domin per il proprio elaborato. Sto cercando ancora una buona traduzione, nel frattempo ecco il mio testo in Deutsch:

Was täte ich

wenn du meine Liebe verlörest

Unsre beiden ausgekühlten Körper fischherzig

Wir erschlagen vom Nichtwort

Kämpfte

oder kapitulierte ich?

 

Io che cosa farei

se tu perdessi il mio amore

I nostri corpi entrambi freddi e coi cuori da pesci

noi massacrati dalla non-parola

Lotterei

oppure mi arrenderei?

 

Hier habe ich ein paar Werke in italienischer Übersetzung gefunden : Ho trovate alcune opere di Hilde Domin in seguente sito. https://poetarumsilva.com/2011/05/29/hilde-domin-con-lavallo-delle-nuvole-poesie-scelte/

e qui sotto l’opera „Lyrik“:

„Lyrik/das Nichtwort/ausgespannt/zwischen/Wort und Wort“

«Lirica / la non parola / tesa / tra / parola e parola»

frapalywo, deutsch-italiano, impuls fuenf

Fingerspiel zum Karneval oder Gruselfeste

das ist der Johnny mit einer löchrigen Weste.

Zwei Socken hat er,

die schrecklich stinken

und drei Kameraden,

die allesamt hinken.

Sie sitzen auf der  Hafenmauer

stets nach Kindern auf der Lauer.

Vier Messer sehr gut versteckt

und bei fünf bist du weg!

 

mein werk, heute (aus technischen und zeitlichen gründen) gibt’s kein italienisch zum https://paulchenbloggt.de/2019/02/06/frapalywo-tag-5-text-5-geborgter-name-geborgte-worte/  mit kursiv: geborgter name von bertolt brechts “surabaya-johnny“. ich dichtete ein fingerspiel, ideal zum nachsprechen und nachspielen für kleinere kinder. (unpädagogisch, aber lustig.)