mantra

die nacht lockt

ab jetzt ist schlaf einlösbar

 

der atem kommt

kommt und geht

kommt verweilt geht

langsamer lauter

nase lunge

herzatmung bauch

bauch

herzatmung

lunge nase

yam

herz

yam

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Wandertag

 

Der Hohenlupfen stand schon immer da.

Ich weiß es noch genau, 265 Meter Höhendifferenz

meine Kniebundhose war rot

und alle Mädchen litten unter Seitenstechen

die Jungs mal nicht blöd

Walderdbeeren schmecken süß

Wienerle auch kalt

 

der Rucksack keuchte

die Bratwurst scheuerte

die Trinkflasche brutzelte

der Klassenlehrer lief aus

das Feuer, das Feuer….tja

Ich glaub‘, ich weiß es nicht mehr so recht

aber der Hohenlupfen steht noch immer da.

 

mein werk, nachgereicht zum impuls „am lagerfeuer“

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Sommerschlussverkauf

Der Lido hat  Meer im Sonderangebot

Wasser gibt’s, grünblau und aufgeschäumt

auch Lärm steht auf der Preisliste

Kleinkindergebrüll  gratis

 

Wasser gibt’s, grünblau und aufgeschäumt

fettige Käsefocaccia auf Sand

Kleinkindergebrüll  gratis

niemand lauscht den Wellen nach

 

fettige Käsefocaccia auf Sand

quietschend  wimmeln Plastiklatschen

niemand lauscht den Wellen nach

die Umkleidekabine knarzt

 

quietschend  wimmeln Plastiklatschen

auch Lärm steht auf der Preisliste

die Umkleidekabine knarzt

Der Lido hat  Meer im Sonderangebot

 

Ein pantun zum gestrigen impuls „am meer“ich bin gerne am meer, haße aber die ach so typischen strandbäder hier in italien. die kamen mir leider aber als erstes in den sinn, wer weiß wieso. na ja, wenn ich an den sommerurlaub in der bretagne denke, oder an ‚mein‘ sardinien, steigt die laune wieder. 

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elfchen, ohne titel

„im alleinsein“ lautete der impuls gestern Abend.

 

Worte

nur wenige

bin ich allein

höre ich mich sprechen

Gebet

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im supermarkt

Der Tochter Schokoladenei

gut versteckt neben Kartoffelbrei

und zwischen kühlen Milchflaschen

in Mamas Taschen

löste  Alarm aus und viel Geschrei

 

(m)ein kleines werk zum heutigen impuls„an der supermarktkasse“.

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la pioggia [ˈpjɔɡ.ʤa]

tschak tschak

es klopft

tschak tschak tschak

es

tschak tschak

es regnet

tschak tschak tschak

und

und ich unterm ombrella-la

la terra die erde wird nass

und ich unterm ombrella-la

lauschend

s-kro-sch-iare

 

das war mein werk zum impuls nummer zwei bei der frapalywo im mai.

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frapalywo, mai 2017

es ist wieder frapalywo.

diese woche steht unter dem impuls ‚geräusche‘.

hier mein erster beitrag:

 

komm! du darfst platz nehmen neben mir

lass uns ernähren von

schattenluft.

schließen wir die augen

so hören wir die lebensgeister

und können auf einem grünem teppich

fortgetragen werden.

 

 

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fragt mich !

auf den tag genau, sind es nun 20 jahre, die ich in italien lebe. ach, was könnte ich euch erzählen. aber das will ich heute und hier nicht tun. ich drehe den spieß um und lasse mich gerne von euch ausfragen. frei nach dem motto: „was ihr schon immer über ulbarb, ihren blog und ihre wahlheimatland wissen wolltet.“

nur eins vorweg und scherz beiseite: ich kann die aussage eines niederländischen euro-politikers (ich beziehe mich da auf vorkommnisse des letzten monats), dass südeuropäer ihr geld für schnaps und frauen ausgeben würden, nicht bestätigen. mein herzmann ist ein 100% italiener. und er gibt schon mal geld aus, aber für seine frau, sprich mich. alkohol gibt’s bei uns und vielen anderen eher selten: guten wein oder spumante, wenn ein festliches essen ansteht, sonst nehmen wir nur die billigen sorten zum kochen. und bier trinken wir , wenn’s hoch kommt, einmal pro monat, zu pizza, meeresfrüchten oder zum fussball. grappa sehe ich im supermarktregal in den unteren etagen oder ganz vorne in den touristenläden stehen.

dieser unglückliche kommentar über südeuropa, hat mich bzw. uns, mal wieder, verärgert. einer der vielen dummen sprüche, die geklopft werden. tatsache ist, dass in der politik oder in den medien etc. etc. etc. sehr oft abfällige meinungen betreffs der südeuropäischen völker  geäussert werden. das macht mich kirre, denn ich habe den eindruck, dass politiker, journalisten, korrespondenten, im grunde null ahnung haben, wie sich das ‚richtige‘ leben in südeuropa bzw. italien anfühlt.

also, fragt mich!

ormai sono vent’anni che vivo in italia. quante storie potrei raccontare! ma, non ho voglia. vi passo ‚la patata bollente‘ e mi faccio intervistare da voi, cari lettori. chiedetemi tutto quello che volete sapere su ulbarb, il suo blog, la sua vita italiana. e vi devo dire che prendo le difese per l’italia la mia nuova heimat, perchè ovviamente non posso confermare il commento (mi referisco al mese scorso) di un politico ollandese che dice che nel europa del sud si spende in alcool e donne. quindi, chedetemi.

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Agliate

Stünde diese Basilika in der Toskana oder in Ligurien, wäre sie mit Sicherheit eine gut besuchte Sehenswürdigkeit. Nun aber liegt die Santi Pietro e Paolo-Kirche weitab vom Massentourismus, in der Provinz Monza e della Brianza, die sich, eingequetscht zwischen Mailand und Lecco, befindet. Eine ziemlich liebliche Gegend. Na ja, vielleicht früher mal. Heute gibt es kleinere und grössere Städte mit ihrem Alltagsleben, viel mittelständische Industrie und noch viel mehr Strassen, die alle nach Mailand führen; vereinzelt und gut versteckt liegen dann nette Ausflugsziele wie Imbersago an der Adda oder Montevecchia, das auf einem Hügel thront und bei klarer Sicht ein tolles Panorama bietet. Oder eben dieses Kleinod.

agliate eins

romanischer Kirchenbaustil, 10. Jahrhundert

agliate vier

die Krypta

agliate zwei

besondere Bedeutung kommt dem Battistero, der Taufkapelle zu. Meine Tochter hat sogar im Kunstgeschichtunterricht davon gehoert, denn das Battistero hat neun Aussenwaende, eine ungewohnliche Zahl.

agliate

man beachte das Taufbecken und die Fresken

Hinter der Basilika liegt ein kleiner Park, in dem man verweilen kann oder man setzt sich an den Fluss:

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wenige Meter hinter der Basilika fliesst der Lambro an naturbelassenen Ufern vorbei.

Im Dorf, es gehört zur Gemeinde Carate Brianza, trifft man noch auf die uralte und typische Wohnform dieser Gegend: ‚il cortile‘, das waren einfache, niedrige, kleine, jedoch mehrere (Bauern-)häuser, die dann zu grossen Vierecken zusammengebaut wurden und einen einzigen Innenhof, den cortile, teilten.

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Pilgerbilder

Es heisst, Glaube versetze Berge. Ich kann bezeugen, dass der Glaube Regenwolken vertreiben kann. Am Samstag hatten wir, die Meteorologen lagen völlig falsch, bestes Wetter! Hier kommen nun ein paar Bilder von der Freiluft-Messe, die der Papst Franziskus in Monza zelebriert hatte. Meine Familie und ich und eine Million Menschen nahmen teil.

Um halb zehn trafen wir uns mit den anderen Pilgern unserer Gemeinde, um gemeinsam in den Park von Monza, genauer gesagt, zu der Wiese der alten Pferderennbahn bei der Mirabello-Villa, zu pilgern. Hier war der Altar aufgebaut worden, die einzelnen ‚Sektoren‘ für die Besucher wurden abgesteckt und gekennzeichnet, drumherum standen die Rotkreuz-Zelte etc. etc. Man hatte anfangs mit 600.000 Menschen gerechnet, es kamen, wie erwähnt, eine Million. Vorwiegend aus der Lombardei, anderen nördlichen Regionen und der nahen Schweiz.

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9 Uhr 30, unsere Pilgergruppe. Aus meiner Gemeinde waren wir 42 Gruppen mit fast 2500 Personen.

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und Abmarsch…

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….Richtung Schloss. Normalerweise ist diese Strasse dicht befahren. Nun abgeriegelt und polizeilich überwacht.

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ab durch die Sicherheitskontrolle

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Im Park, man erkennt schon vom weiten die open-air-Kirche

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kurz vor 12 Uhr: unser Platz, mit Picknick und Liederheft

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lange mussten wir warten, aber ‚radio italia‘ unterhielt mit einer life-sendung; friedliche, positive, volkfestaehnliche Stimmung. ab halb zwei begannen die Liedproben fuer die Messfeier und es wurde herrliche Kirchenmusik fuer Blasorchester gespielt.

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15 Uhr, Papst Franziskus trifft ein

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unter den weissen Schirmen wurde die Eucharistie verteilt und eingekommen

Papstbesuch

Momente der Stille, Einkehr, Meditation

Ein unvergessliches Erlebnis.

Bewegend.

Berührend.

Spürbar, ganz deutlich spürbar, die pure Lebensfreude aller Teilnehmer.

Dankbarkeit für den reibungslosen Ablauf.

Sehr müde, aber nur körperlich müde,  nach 10 Kilometer langem Fußmarsch, fünf Stunden unter warmer Frühlingssonne, kamen wir um 19 Uhr zu Hause an, jedoch ‚con l’anima in pace‚, d.h. ‚mit der Seele in Frieden‘.

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