für Minusch

Die liebe Minusch hat mir auf ihrem Blog  zurückgeschrieben, nachdem sie meine Nominierung zum mystery blog award erhalten hatte. Freundlicherweise hat sie auf die von mir gestellten Fragen geantwortet mir selbst wieder welche gestellt. Ist doch selbstverständlich, dass ich darauf eingegangen bin.

 

1. Apokalypse! Was tust Du als erstes, wenn am nächsten Morgen die Sonne aufgeht?

Mich wundern, mich fragen und nachdenken. Ich denke, dass ich über keine besonderen survival-Fähigkeiten verfüge (wenn ich da nur an die Katastrophenfilme denke – was die Leute darin alles bewältigen! Ich wäre gleich tot; bin also nur eine Nebenrolle) und deswegen werde mich wohl wundern, dass ich noch am Leben bin. Sollte ich also noch am Leben sein, lag das bestimmt daran, dass zum Zeitpunkt der Apokalypse mein Ehemann (hinsichtlich Körpergrösse und Gewicht vergleichbar mit Dwayne Johnson) bei mir war und mich heldenhaft beschützt hatte. Dann werde ich mir Fragen stellen: Die Kinder? Der Mann? Bin ich verletzt? Und danach werde ich nachdenken. Essensvorräte? Wasser? Und: Oh, Scheisse, meine Schilddrüsentabletten sind verloren gegangen!

Sprechen wir über die Apokalypse im religiösen Sinne, steht zuerst wieder die Überlebensproblematik an. Dann hoffe ich, die Möglichkeit zu haben, mir das Paradies anschauen zu können.

2. Was ist schöner für Dich: kurierter Überfluss oder minimalistische Weite? und was passiert, wenn Du von einem ins andere fällst?

Hier musste ich eine Weile lang grübeln. In der Frage stecken verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Ich gehöre wohl der Kategorie ‚ minimalistische Weite‘ an. Überfluss kann ich mir sowieso nicht leisten. Bei einem 5köpfigen Haushalt und anderthalb Gehältern geht das nicht. Wir besitzen kein Vermögen und auf dem Konto herrscht ‚minimalistische Leere‘. Wir leisten uns das, was geht. Überfluss gibt’s beim Lebensmitteleinkauf. Ich kaufe zwar nicht zu viel,  lagere auch nichts, aber ich kaufe gerne gutes und teures Essen ein. Unsere Wohnung ist relativ minimalistisch, wir sind keine ‚Aufheber‘. Dafür habe ich einen Überfluss an Kinderkleidung. In dem Sinne, dass ich mit einigen Freundinnen die Sache der Kids austausche bzw. horte. Meine Kids sind mit Kleidern, Spielsachen und -geräten gross geworden, die auch mal dritter und vierter Hand waren.

Das Leben in einer Großstadt – na  ja, ich führe ein (Groß-)Stadtrandleben, konfroniert dich mit viel Überfluss: zum Beispiel  all die Boutiquen in Mailand, oder die antike und neue Architektur… da gibt’s viel zu staunen.

Bei dem Wort ‚minimalistisch‘ muss ich auch an Gedichte denken. Ich liebe die japanischen Haikus, und wenn ich selber meine abfasse, halte ich mich oft an die Devise „weniger ist mehr“.

‚Minimalistische Weite‘ liess mich auch an Landschaften und Natur denke. Ich liebe den weiten Blick, den man am Meer haben kann. Oder oben auf der Schwäbischen Alb. Wenn man nach vorne schaut und nur noch Meer und Himmel sehen kann. Oder oben auf der Schwäbischen Alb. Alles so frei und weit. Mir fehlt ein bisschen die Nordsee: Düne/Deich, Strand, Meer und stopp. Die italienische Küste ist stets überlaufen und es gibt Überfluss an allem, oft aber nicht gepflegt.

Ein Risiko des schnellen Wechsels von einem Zustand in den anderen, sehe ich nich; wir wollen ja flexibel bleiben.

3. Was fehlt Dir zum Glück? und wenn nichts fehlt: wonach klingt der Soundtrack für Dein Jetzt?

Manometer, jetzt wird’s philosophisch. Also, im Grunde bin ich schon glücklich. Die Lebensumstände stimmen. Die Ehe ist stabil, wir sind gesund, wir haben Arbeit… Das Problem ist der Alltag, der schüttet  uns mit so viel trash zu. Man kann nicht innehalten, den Empfindungen nachgehen, die Routine nimmt überhand und dann geht das Glücklichsein auch mal verloren und meine Gemütsverfassung ist niedergeschlagen-traurig. Wie Du, überprüfe ich oft mein Leben.Mein Soundtrack ist seit Jahren die Musik von Mike Oldfield, das ist meine Seelenmusik.

4. Deine 5 Topsongs für ein erstes Date, bitte!

Ach, Gottchen, meine Liebe. Ich bin ja so dermassen aus der Übung. Meine ersten Dates liegen Ewigkeiten her. Mit meinem Ehemann bin ich seit 20 Jahren verheiratet und seit 27 zusammen. Eigentlich sind nun unsre Kids dran, sich auf dem Markt umzugucken.

Aber ich erinnere mich sehr gut daran, welche Songs uns begleiteten, als wir uns auf einer international youth week kennen gelernt haben:

Love me tender, Elvis Presley

Woman in love, Barbara Streisand

Take me home, Country Roads, John Denver

La Bamba, Ritchie Valens

Romeo and Juliet, Dire Straits

 

5. Für welche Bewegung gehst Du auf die Straße?

Also, vor drei oder vier Jahren war ich mit meiner Tochter auf einem Friedensmarsch.

Vor vielen Jahren, als FSJlerin, nahm  in Tübingen an Demos gegen Neonazis teil.

(Ich habe auch zwei wichtige Pilgerereignisse, bei denen ich auf der Strasse ging – zählen die mit?)

 

Liebe Minusch, sei gegrüßt

hugs

ulrike

2 Gedanken zu „für Minusch

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