frapalywo, deutsch-italiano, impuls fuenf

Fingerspiel zum Karneval oder Gruselfeste

das ist der Johnny mit einer löchrigen Weste.

Zwei Socken hat er,

die schrecklich stinken

und drei Kameraden,

die allesamt hinken.

Sie sitzen auf der  Hafenmauer

stets nach Kindern auf der Lauer.

Vier Messer sehr gut versteckt

und bei fünf bist du weg!

 

mein werk, heute (aus technischen und zeitlichen gründen) gibt’s kein italienisch zum https://paulchenbloggt.de/2019/02/06/frapalywo-tag-5-text-5-geborgter-name-geborgte-worte/  mit kursiv: geborgter name von bertolt brechts “surabaya-johnny“. ich dichtete ein fingerspiel, ideal zum nachsprechen und nachspielen für kleinere kinder. (unpädagogisch, aber lustig.)

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frapalymo, deutsch-italiano, impuls vier

Hervorgehoben

eine intensive, schwierige, zeitaufwendige aufgabe – und so faszinierend

heute bei frau paulchens lyrikwoche https://paulchenbloggt.de/2019/02/04/frapalywo-geborgte-worte-impuls-fuer-tag-4/

wir schreiben ein erasure- gedicht:„schreibt ein erasure gedicht: streicht also all das weg, das ihr nicht nutzen wollt bzw. behaltet nur die wörter, die ihr haben wollt und verändert dabei nicht die reihenfolge. material für euren text ist das gedicht „erklär mir, liebe“ von ingeborg bachmann.

per oggi un compito intenso, difficile e che richiede un bel po‘ di tempo. ma è molto affascinante. si scrive una cosiddetta ‚poesia erasure‘: viene cancellato tutto ciò che non si vuole utilizzare, vuol dire di tenere solo le parole che si vogliano avere per il proprio testo – non variando la sequenza originale. il materiale si basa su un’opera di ingeborg bachmann. presso seguente link ho trovato la versione in lingua tedesca ed italiana.

 

Spiegami, Amore

Lieve il tuo cappello si leva, saluta, fluttua nel vento,

il tuo capo scoperto ha incantato le nuvole,

il tuo cuore ha da fare altrove,

la tua bocca s’annette  nuovi idiomi,

l’erba tremolina si propaga nei campi,

Di aster, soffiando, l’estate attizza e spegne il fuoco,

e tu sollevi il volto accecato dai fiocchi,

ridi e piangi e a causa tua soccombi,

cos’altro mai può accaderti –

 

Spiegami, Amore!

 

Il pavone, in solenne stupore, fa la ruota,

la colomba rialza il suo bavero di penne,

satura del tubare, si distende l’aria,

grida il maschio dell’anatra, di miele selvatico s’impregna tutto il paese, anche nel parco ben disposto ogni aiuola ha cinto

una polvere d’oro.

 

Rosso si fa il pesce, supera il banco

e si tuffa tra grotte nel letto di coralli.

Su musica di sabbia argentea timido danza lo scorpione,

da lungi il coleottero fiuta la maestosa;

avessi questo suo senso, sentirei anch’io

sotto la sua corazza il bagliore di ali

e m’incamminerei verso il lontano cespuglio di fragole!

Spiegami, Amore!

 

L’acqua sa parlare,

l’onda prende l’onda per mano,

nella vigna s’ingrossa l’uva, si spacca e cade.

E quanto priva di malizia la chiocciola lascia la sua casa!

 

Una pietra sa come ammorbidirne un’altra!

 

Spiegami, Amore, ciò che non so spiegare:

dovrei passare questo breve orribile tempo

soltanto con pensieri e, caso isolato,

non conoscere amore né far nulla che amore sia?

Si è costretti a pensare? Non si avverte la mancanza di chi pensa?

 

Tu dici: un altro spirito conta su di lui.

Non spiegarmi nulla. Vedo la salamandra

attraversare ogni fuoco.

Non un fremito la scuote e nulla le dà dolore.

(Traduzione di Anna Maria Curci)

 

Erklär mir, Liebe

Dein Hut lüftet sich leis, grüßt, schwebt im Wind,

dein unbedeckter Kopf hat’s Wolken angetan,

dein Herz hat anderswo zu tun,

dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,

das Zittergras im Land nimmt überhand,

Sternblumen bläst der Sommer an und aus,

von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,

du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,

was soll dir noch geschehen –

 

Erklär mir, Liebe!

 

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schlägt sein Rad,

die Taube schlägt den Federkragen hoch,

vom Gurren überfüllt, dehnt sich die Luft,

der Entrich schreit, vom wilden Honig nimmt

das ganze Land, auch im gesetzten Park

hat jedes Beet ein goldner Staub umsäumt.

 

Der Fisch errötet, überholt den Schwarm

und stürzt durch Grotten ins Korallenbett.

Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion.

Der Käfer riecht die Herrlichste von weit;

hätt ich nur seinen Sinn, ich fühlte auch,

daß Flügel unter ihrem Panzer schimmern,

und nähm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

 

Erklär mir, Liebe!

 

Wasser weiß zu reden,

die Welle nimmt die Welle an der Hand,

im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt.

So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

 

Ein Stein weiß einen andern zu erweichen!

 

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:

sollt ich die kurze schauerliche Zeit

nur mit Gedanken Umgang haben und allein

nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?

Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?

 

Du sagst: es zählt ein andrer Geist auf ihn …

Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander

durch jedes Feuer gehen.

Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.

 

Ingeborg Bachmann

 

Hier nun meine beiden Werke, sie weichen aus sprachlich-grammatikalischen Gründen leicht voneinander ab.

leis im Wind Wolken

das Zittergras bläst Flocken

du lachst mir Luft von weit zu

im weinberg

du sagst

erklär mir nichts

 

lieve nel vento le nuvole

l’erba tremolina soffiando fuoco

e tu ridi

l’aria sa parlare

nella vigna

tu dici non spiegarmi nulla

frapalywo deutsch-italiano, impuls eins

https://paulchenbloggt.de/2019/02/02/frapalywo-tag-1-text-1-anfangszeile-geborgte-worte/

so, die frapalywo geht los. und schon das thema ‚geborte worte‘ klingt äusserst interessant und verlockend. ich bin dabei, mit einer zweisprachigen version.

 

heute nacht bin ich unten beim ballast*

ich sind ich und ich

in der ecke

wo es nach moos riecht und nach bio stinkt

wir zwei, ich und ich,

sitzen händchen haltend

obendrüber

ergiessen sich die äste

des nachbarns feigenbaum

 

*kursiv: geborgt von tomas tranströmer aus „nachtdienst“, parole prese in presito e liberamente tradotte (da me).

 

stanotte io sto giù con la zavorra*

io, siamo io ed io

nell’angolo

il quale odora di muschio e dove c’è olezzo di marciume

noi due, io ed io,

ci siamo sedute

tenendoci per mano

sopra

si riversano addosso a noi

i rami del fico del vicino

frapalymo november 18, „licht“

der letzte Impuls, der letzte #frapalymo-Tag für dieses Jahr. Thema war „Licht“.

 

Manchmal, er ist launisch,

steht er am Rande

des Fensterausblickes

 

sein Gestein trägt blau

aber heute kleidet er feinste

Wintergarderobe

 

er spielt der Sonne und

bei Wetterlagen

Streiche versteckt sich

oder stellt sich ins richtige Licht

der Resegoneberg.

 

 

Kleine Anmerkung: der Resegone ist der Hausberg von Lecco, wird zu den Alpi Orobie (Voralpen Bergamo) gezählt und machmal, aber eben nur machmal baut er sich vor meinen Fenstern auf. als obe er noch einen anderes Domizil hätte.

 

 

frapalymo november 18, „cento“

die aufgabe lautete, ein „cento“ bzw. ein flickengedicht zu schreiben. hier könnt ihr alles und alle anderen (nach-)lesen. ich habe mich auf meine Gedichte dieser #frapalymo-Ausgabe bezogen; nicht immer die komplette Textzeile benutzt.

 

er war gut so

dort fliegt der Zufall

wollte

Menschen

Geschichten

ob gross oder klein

die Kleider ablegen

den Rest verpackt

Kopf Wort Auge Hand atmen lassen

dichtend

immer weiter im Wortort

die Kleine

die lange die kleine blieb

bewohnt das Wort

ich bin

mensch und zerbrechlich

ich wünschte

ich könnte  kreisen abwarten hoffen

unendlich sich wiederholend

vertraut auf die Zeit

in Pergamentfalten reifen

frapalymo november 18, „she lives the poetry she cannot write“

 

Meditation 

 

Die Fontanelle atmen lassen

Es ziehen ein Gedanke, ein Bild

sich wiederholend auch mehrere

 

Die Fontanelle atmen lassen

Kopf Wort Auge Hand

Formlos bewohnt das Wort den Äther.

Dort zu leben

im Wortort

dichtend…

 

Mein Gedicht zum im Titel genannten Impuls bei Sophie Paulchen.

voyons

 

falls die verwunderung über das neue schwindet

vermag neu alte gewohnheit zu werden.

neu könnte sein

wenn man im alter dorthin zurückkehrt

wo alles begonnen hat.

oder weiterziehen.

voyons!

 

oh, schon aus, die heimatwoche bei sophie paulchen? das war der letzte impuls mich einfinden im ich oder: die neue heimat“. das thema hat mir sehr viel freude bereitet, ich hatte (endlich auch mal wieder) zeit und muße zum schreiben, fühlen, nachlesen etc. und auf meinem blog war ganz schön was los. danke fürs besuchen, aufrufen, lesen und kommentieren!

 

 

wo denn nun?

diese zur zeit laufende frapalywo mit dem impuls  „so viele heimaten in mir“ hat’s ganz schön in sich; ein thema, das mich intensiv berührt. nicht nur mir geht es so, auch den anderen teilnehmern. hier könnt ihr ja mal nachlesen bei https://beehalton.com/frapalywo-ich-dont-know-impuls-3/poetry/frapalywo. ich habe the bee gefragt und darf (herzlichen dank!) ihren text in ‚mein‘ italienisch umschreiben.

 

Ich non lo so

sempre casa son‘

codesti

fremden worten.

aber machmal sehne

ich mich

di quelle parole tedesche

la casa è qui

oder

ist Heimat dort?

Ich weiss es nicht

non lo so

 

che ella fosse stata

in die fremde gehen

lernen, sprache zu verstehen.

doch gut versteckt

und täglich neckt

(der, die oder das?) consecutio temporum !

 

Der heutige Impuls „die fremde und die heimat“  beinhaltet sehr viel verschiedene Aspekte, ich blieb an der ‚Fremdsprache‘ heften.

frapalymo november’17, dreißigster impuls

die linke hand trägt

mein herz einen impuls und die idee

die rechte hand nimmt

einen stift auf

schreibt diese worte hier

 

mein werk zum dreißigsten und letzten impuls „was in eine hand passt“, bei frau paulchens lyrikmonat  , sei unserer gruppe gewidmet.

diese zeit hier zusammen ist wie eine oase.

herzlichsten dank an sophie paulchen und an alle mitschreiberlinge!

eine gute vorweihnachtszeit euch allen und bis zum nächsten mal