abgestaubt und auf ein neues!(untertitel: über brautwürste, hobbyküchen und bildschirme mit fisch)

Ui, jetzt wurde es mal wieder mehr als Zeit, das Blog zu pflegen. Kein Moment war günstiger als dieser: die Sommerferien sind aus und vorbei, die Schule hat begonnen und somit auch ein neues Geschäftsjahr für mich. Jedoch bietet der Monat September auch Ruhe und Freizeit. Ach ja, und ausserdem trudelte letztens eine Meldung ein, dass das Blog seinen 5. Geburtstag habe…da bekam ich ein schlechtes Gewissen.

Kleine Situationsanalyse: Während der Sommerferien habe ich viel getwittert. Es war eine reiche Zeit. Die drei Kinder sind im Schulalltag angekommen und übermorgen geht meine dritte Arbeitswoche zu Ende.

Ich wollte euch schon lange mal etwas über meine Arbeit erzählen. Wie verdiene ich  meine Brötchen, sprich panini ? In einem meiner letzten Beiträge (the mystery award) berichtete ich, dass ich Probleme mit der Anerkennung meines Diploms gehabt hatte und bin als Quereinsteigerin zum Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht gekommen. Inzwischen bastele ich an einer Ich-AG, die langsam am wachsen ist – je nach Vereinbarkeit mit der Familie. Das Thema Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit will ich schnell abhaken: Viel Geld bleibt nicht übrig, aber ich habe meinen Spass. Die Arbeitszeiten sind sehr flexibel, die Konditionen prekär, die Auftragslage schwankend.  Trotzdem: mein Job bereichert mich, ich bekomme viel von den Menschen zurück und ich kann dankbar dafür sein, einer Arbeit nachzugehen, die Freude bereitet.

Meistens arbeite ich direkt mit  Firmen zusammen, ich gebe in den Büros Kurse für Angestellte diverser Abteilungen (Buchhaltung und Rechnungswesen, Kundendienst, Logistik und Spedition, Marketing und Messe) und ich habe auch oft direkt mit der Firmenleitung zu tun. So darf ich in tiefen Ledersesseln Platz nehmen und bekomme von AssistentInnen einen espresso serviert. Dann folgen die ‚klassischen‘ Sprachkurse an einer Sprachschule, die sind manchmal zermürbend, weil sie abends laufen und man immer wieder von Null  beginnt. Ich versuche, abwechslungsreich,  spielerisch  und trotzdem professionell zu sein. Es folgen Aufträge an den Schulen: Förder- und Konversationskurse, oft von der EU finanziert. Das macht mir Spass; ich werde von den Jugendlichen respektvoll ‚Prof‘ genannt, kann mir aber einen sehr lockeren Umgang erlauben (ich muss ja keine Noten geben), was automatisch die Angst vor der schwierigen Grammatik und die Hemmungen vor dem freien Sprechen nimmt. Selten kommen Übersetzungen oder Dolmetschdienste rein. Das coolste Erlebnis war, als das hiesige Gericht mich dazu ernannte, eine deutsch-italienische Steuerfahndergruppe zu begleiten.

Ich denke, dass ich meine Arbeit ganz gut mache, dass ich nach fast 20 Jahren Berufserfahrung kompetent bin und da jeder Kunde neue Inhalte mitbringt, im Laufe der Jahre sehr offen geworden bzw. geblieben bin. Monotonie kommt selten auf. Sollte ich jedoch meinen Erfolg an den lustigen Versprechern meiner Kundschaft messen, kommen jedoch Zweifel auf. Einer meiner Sprachschüler, wichtiger country manager und ein bisschen großspurig veranlagt, empfing mich kürzlich ganz glücklich in seinem Büro und erzählte strahlend: er habe seine Frau auf eine Geschäftsreise mitgenommen und sie hätten einen Abstecher in den Schwarzwald gemacht, wo sie die ‚besten Brautwürste ever‘ gegessen hätten. Da musste ich auflachen und erwiderte:“Ach, Sie meinen wohl Bratwürste.“ Vor den Sommerferien begleitete ich eine Studentin, die sich auf ein Diplom in Deutsch vorbereitete. Die Gute musste u.a. Zeitungsartikel zusammenfassen. Einmal ging es um den Sinn und Zweck der im Trend liegenden Kochshows. Grammatik und Satzbau beherrschte sie sehr gut, aber der Unterschied zwischen Hobbykoch und Hobbyküche kam ihr nicht sofort in den Sinn. Aber meine liebe S.  war auch nicht schlecht. Die Dame ist knapp über 50 arbeitet in einer multinationalen Firma und kommt einmal pro Woche zu mir, um ihre schon recht guten Sprachkenntnisse zu vertiefen. In ihrem Job geht sie wohl voll auf.  Woran ich das merke? Wenn es regnet, hat sie nie ihren Regenschirm, sondern ihren Bildschirm dabei. Unterhaltsam war auch der Satz in einem schriftlichen Test: “Wenn der Kühlschrank leer ist, gehe ich Bücher einkaufen:“

Jetzt will ich ja nu mal nicht so sein und mich als unfehlbar darstellen.  Auch ich verhaspele mich manchmal. „Modalverben“ wurden zu „verbi merdali“, also zu „Scheißverben“; ich taue nicht das Gefrierfach ab (sbrinare) , sondern ich „zerfleische“ es (sbranare) oder  nach einer langen Autofahrt vertrete ich mir nicht die Beine (sgranchirsi), ich knabbere sie (sgranocchiare). Wusstet Ihr, dass ich stinke? Nach Fisch stinke? Seit ich in Italien lebe, habe ich mich an Vieles angepasst; so auch an die schicke Mode/Wäsche. Mein Problem? Ich trage BHs aus „merluzzo“ statt „merletto“. Merluzzo bedeutet Kabeljau.

 

 

 

 

 

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che ella fosse stata

in die fremde gehen

lernen, sprache zu verstehen.

doch gut versteckt

und täglich neckt

(der, die oder das?) consecutio temporum !

 

Der heutige Impuls „die fremde und die heimat“  beinhaltet sehr viel verschiedene Aspekte, ich blieb an der ‚Fremdsprache‘ heften.

italienische Schule mit kleiner Rechenaufgabe: il bidello/la bidella

Man kann nicht über italienische Schulen oder Kindergärten schreiben, ohne über die Figur des bidellos bzw. der bidella zu berichten. Diese ist genauso wichtig wie der gefürchtete Schuldirektor, il preside, oder die innig geliebte maestra, die Grundschullehrerin.

Nun zum ‚bidello‘: Es handelt sich um eine stets in Kittelschürze gekleidete Person, die Tag  für Tag, in ihrer Einrichtung als Faktotum waltet und ein eigenes Büro hat, die ‚bidelleria‘. Der berufliche Aufgabenbereich deckt folgende Tätigkeiten ab: Hausmeister, Putzkraft, Hausbote, Kopiermaschine-Bediener, Pausenaufsicht und Erste-Hilfe-Sanitäter bei aufgeschürften Knien, Erbrechen oder Fieber oder Psychologe im Falle schlechter Noten. Der wichtigste Job jedoch: master of the keys. Beispiel: Wehe dem, der zu spät kommt. Das Schultor wird um acht Uhr fünf bzw. um 8 Uhr dreißig abgeschlossen. Und der bidello oder bidella lässt niemanden herein. Jedenfalls nicht bis zur nächsten Stunde.

In grossen Schuleinrichtungen gibt es pro Stockwerk und/oder Korridor einen bidello/eine bidella mit eigenem Schreibtisch. In der neuen Mittelschule habe ich bisher vier Stück gezählt.  Auf der Hitliste der Schule meiner Töchter stand auf Platz Nummer Eins ein attraktiver Sizilianer, der leider letztes Jahr in Rente ging und sich auf seine Heimatinsel zurückzog. Ihr könnt euch die Gemütslage der mamme vorstellen, nun wo der nett ansuzehende Gaetano eben nicht mehr um 16.20 die Schule öffnet, damit die Kinderchen nach Hause kommen.

Der bidello Nico an der Grundschule meines Sohnes bewohnte die zur Schule gehörende Hausmeisterwohnung, hielt im Schulgarten zwei Rottweiler, verkleidete sich im Dezember als Nikolaus und spielte fabelhaft Saxophon und untermalte somit die Schulkonzerte.

Inzwischen gehen die mittlere Tochter und der Sohnemann auf Oberschulen nach Monza. Bei der Tochter wird an der Schule Papier gespart und die bidelli lesen Rundschreiben und Mitteilungen vor. In der Hoffnung, dass die Schüler zu Hause alles berichten werden… Die Schule des Sohnes zählt etwa 1200 Schülern, ein Gebäude mit vier Etagen. Hach, ich habe eine kleine Weihnachtstextaufgabe für Euch: wieviele bidelli arbeiten, pro Schüler und Stockwerk, an der Schule meines Sohnes? Bitte diese Zahl  summieren mit der Quantität an bidelli an der Schule der Tochter: ca. 800 Schüler, eingepfercht in einem dreistöckigem palazzo aus dem 17. Jahrhundert. Viel Sapss und lasst mich eure Ergebnisse wissen!

frapalymo november ’17, dritter beitrag

ui, ein doppelimpuls für freitag und samstag: ‚verben‘ und ’substantive‘!

 

heute

werben wir

verben:

stark regelmäßig

manche wurzeln antik

mit, ohne vokalwechsel

trennbare vorsilben betonen

sprache klingt

im grunde genommen alle

enden mit n und brauchen endungen

und eine form

wirklich oder möglich?

fremdsprachliche

auswendig lernen abfragen

von eins bis sechs benotet

partizip

sehr nützlich

unter anderem fürs zustandspassiv

zustand?

ich bin

 

 

aus dem zweisprachigen nähkästchen geplaudert (2)

(endlich mal wieder was zum thema „zweisprachigkeit“)

freudestrahlend kehrte letzte woche mein fast siebzehnjähriger sohn aus der schule zurück:“der cazzaniga habe ich es heute aber gezeigt!“

aha, er hatte deutschunterricht.“und, was war denn los?“

„na ja, ich habe eine wette gewonnen, denn sie hat behauptet, dass scoiattolo, ‚rehkitz‘ bedeuten würde, aber ich habe ihr gesagt, dass es „eichhörnchen“ heisst. und die hat sogar die lezione unterbrochen und hat in ihrem tablet nachgeschaut, dann ist es ganz still geworden und sie meinte nur… tja, ich hab’s besser gewusst. dann hat sie gefragt, wieso ich das so genau wisse, und ich habe nur gemeint, dass ich als kind in den deutschlandferien  immer in irgendwelchen tierparks oder im schwarzwald unterwegs war.dann weiss man das sein leben lang!“

hinter dem redeschwall verbarg sich nicht nur der triumph, etwas besser als die prof zu wissen, sondern auch der stolz darauf, zwei sprachen zu beherrschen. der weg dorthin war aber seht steinig.

offen und ehrlich gesagt, kann von ‚beherrschen‘ nicht die rede sein. mein vorhaben, meine drei kinder zweisprachig aufzuziehen, hat nur teilweise funktioniert.

mein sohn, mein erstes kind, kann von allen dreien deutsch am besten:

liegt es daran, dass er während seiner ersten drei lebensjahre seine mutter (damals nicht berufstätig) nur für sich hatte? oder weil er ein neusprachliches gymnasium besucht, an dem er latein, englisch, spanisch und deutsch lernt?

‚die sprache seiner mutter‘ ist aber nicht automatisch seine muttersprache geworden. er definiert sich als italiener. und in italienisch hat er leider auch so seine schwierigkeiten. ich bin nur froh und erleichtert, dass es bei anderen familien, die die zweisprachigkeit praktizieren, auch nicht anders abgeht.

mein sohn war, was die sprachentwicklung anging, recht spät dran und solange er nicht in den kindergarten ging, sprach er „deuliano“, eine bunte mischung aus deutsch und italienisch (grosseltern und babysitter bekamen entsprechende wörterbücher ausgehändigt). diese sprache wurde dann auch noch mit der typischen babysprache eines kindes vermischt (erkläre mir mal einer, wieso er zu keks bzw. biscotto ‚kingi‘ sagte?). der alltag von meinem sohn und mir  war recht international, denn ich hatte bzw. habe viele kontakte mit anderen nicht-italienischen frauen/familien und war lange mitglied in einem club für expats, in dem englisch gesprochen wurde.

dann kam der kindergarten. zuerst verstanden die erzieherin und die compagni den kleinen fast gar nicht, aber nach sechs wochen sprach mein sohn nur noch italienisch, auch mit mir und meiner familie.

in der grundschule hatte er anfangs besorgniserregende schwierigkeiten beim lesenlernen und die ersten (auf-)sätze waren versehen mit deutschen und oder falsch geschriebenen wörtern.und auch die stellung der adjektive, der gebrauch der präpositionen und der satzbau waren katastrophal.  die lehrerinnen waren besorgt, ob das kind nicht eine lernschwäche hätte. ich ließ ihm zeit, wollte abwarten. aber irgendwann saßen mein mann und ich doch beim psychologen einer beratungsstelle. eine lernschwäche liegt nicht vor, und mit der zeit verschwanden unsere probleme. ich denke, dass sich seine schwierigkeiten u.a. auch auflösten,  weil er mit acht/neun jahren eine wichtige, persönliche entscheidung getroffen hatte: eines nachmittages, als wir in der kinderbibliothek in monza waren, las er einen handgeschriebenen zettel vor:“spanische muttersprachlerin erteilt nachhilfeunterricht…“ nach einer kurzen nachdenkpause, kommentierte er :“und ich bin ein italienischer muttersprachler“.

ein stich ins mutterherz! jedoch was sollte ich sagen oder tun?  positiv ist, dass es meinen sohn  bzw. meine kinder nie störte, dass ich mit ihm weiterhin auf deutsch spreche (sie finden es wohl cool, eine etwas andere mamma zu haben).

eine der grundregeln der zweisprachigen erziehung ist, sich mit dem kind exklusiv auf der ‚zielsprache‘ zu unterhalten. leichter gesagt, als getan. meine kids haben sehr schnell begriffen, dass ich zwar mit ihnen deutsch spreche, aber dass ich auch sehr wohl die ‚andere‘ sprache  gut beherrsche. sie hörten und  hören mich doch reden – tagtäglich: mit verwandten, freunden und freundinnen, kollegen, mit der supermarktkassiererin, dem bankangestellten, den nachbarn etc. etc. etc. wir leben nun mal in italien. seltsamerweise hat mein sohn meine fehler, die ich in der italienischen sprache mache, abgekupfert. die zwei töchter nicht. hätte ich mich, in der zeit der sprachentwicklung, dumm stellen sollen? so tun, als ob ich nur meine muttersprache könne? geht doch gar nicht, denn mit meinem mann rede ich auf italienisch. er kann recht gut deutsch, aber, ich wiederhole mich, wir leben nun mal hier.

ein anderes hindernis ist die hausaufgabenbetreuung. ich darf zwar meine kinder mit einem ‚mach‘ mal deine hausaufgaben!‘ anraunzen, aber es ist doch klar, dass ich das einmaleins, die italienischen regionen und provinzen, die verben (ob indicativo oder congiuntivo), geschichtsdaten, chemische formeln etc. auf ihrer ’schulsprache‘ abfrage! ihre lehrer würden eine antwort wie ‚ fünf mal fünf ist fünfundzwanzig‘ weder verstehen noch akzeptieren.

ihr müsst euch das so vorstellen: ihr seid unterwegs und trefft auf eine fünfköpfige familie. alle labern wild durcheinander, alle labern italienisch, nur die eine nicht – und die bin ich. mein mann  und ich stritten uns, als der sohn klein war über  tierlaute oder sirenen. macht der hund nun ‚wauwau‘ oder ‚baubau‘, macht der krankenwagen ‚tatüta-a’oder ‚popi-popi‘?

ab und zu passieren meinem sohn noch lustige versprecher wie ‚polizista‘, ‚deschreibieren‘ oder ‚kaninchenvogel‘; in deutsch ist er klassenbester und in italienisch braucht er halt nachhilfeunterrich. allora, wird schon werden.

 

 

 

 

 

umfrage: lieblingswort/ alla ricerca della parola preferita

beginnen wir das neue jahr mit einer umfrage.

wie ihr wisst, beschäftige ich mich nicht nur hobbymässig mit schreiben und sprache. meine muttersprache ist auch mein beruf geworden. ich unterrichte deutsch. um die stunden abwechslungsreich, spannend und modern zu gestalten, greife ich gerne auf verschiedenste materialien zurück. so gibt es u.a. eine nette zeitschrift, die ich gerne lesen lasse. in der novemberausgabe 2015 ging es, im rahmen des zehnjährigen bestehens der zeitschrift, um das deutsche lieblingswort der leser bzw. sprachschüler. auf platz eins kam ‚Gemütlichkeit‘. es folgten worte wie zum beispiel ‚Eichhörnchen‘, ‚Sehnsucht‘, ’natürlich‘, ‚Fernweh‘, ‚Windschatten‘ und ‚genau‘. bei letzterem musste ich grinsen, denn ich hatte den spitznamen ‚Frau Genau‘, als ich vor einigen jahren an einem gymnasium arbeitete.

ich frug bei meinen schülern nach. herr P. liebt ‚Prosit‘ und erinnert sich ans oktoberfest. francesca mag ‚Sehnsucht’und denkt an ihre schulzeit, schriftsteller und deren texte und gedichte, die sie damals kennengelernt hatte und barbara meinte ‚Trecker‘, weil das das erste wort gewesen sei, dass sie als au-pair-mädchen in bayern gelernt habe. roberto bestätigte ‚gemütlich‘; meiner meinung nach, denkt er an die bierkneipen, die er nach feieraben (auch so ein nettes wort!) während seiner geschäftsreisen aufsucht. auch meine familie interviewte ich. mein mann wählte ‚liebkosen‘ 🙂 und meine zweisprachigen kinder stehen auf ’selbstverständlich‘ (der schwierigen aussprache wegen, sagte der sohn), ‚Keks‘ (ich zitiere: „das klingt so eckig, wie viele andere worte deiner sprache, mamma.“) und ‚Hund‘ (aufgrund des h-lautes, der so ungewöhnlich ist). ich selbst habe kein spezifisches deutsches lieblingswort (finde jedoch ‚bequem‘ nicht schlecht), aber ein italienisches. es heisst ‚cucciola‘ und ist die weibliche form von ‚cucciolo‘, was nachwuchs, tierkind, tierjunges, hundewelpe bedeutet. eine meiner töchter hatte letztes jahr einen unfall und trug sich u.a. eine schlimme gesichtsverletzung zu. und alle frugen mich immer:“come va la tua cucciola?“ oder „come sta la cucciolina?“ (‚wie geht’s der kleinen?‘). es schwang immer so viel ehrliche sorge, mitleid, freundschaft, zuneigung und liebe mit – das tat so gut in diesem moment. und ich finde es äusserst originell,  menschenkinder auf die ebene von tierkinder zu stellen. mutterliebe hat was animalisches!

Mir gefällt aber auch ‚crepuscolo‘, also dämmerung bzw. -licht. daraus entstand ja mein twitter-name.

meine frage an euch, liebe leser: habt ihr (in welcher sprache auch immer) lieblingswörter? stellt sie ins kommentarfeld ein!

voglio iniziare il nuovo anno con un questito.

come sapete bene la mia madrelingua è diventata anche il mio lavoro: insegno il tedesco. per offrire lezioni non noiosi, ma innovativi e moderni, uso tantissimo materiale differente. per esempio le riviste. nell’edizione del scorso novembre c’era un’interivsta per trovare la parola preferita in riferimento alla lingua tedesca da parte dei lettori/alunni . il primo posto è andato a ‚Gemütlichkeit‘ (una parola che risulta non traducibile). seguono termini come per esempio  ‚eichhörnchen‘ (vuol dire scoiattolo),  ‚Sehnsucht‘ (dietro questa parola ci sta un’idea e/o stato d’animo molto romantico, è difficile da tradurre questo tipo di nostalgia/desiderio ardente), ’natürlich‘ (naturalmente), ‚Fernweh'(il ‚dolore del lontan0‘, meglio: nostalgia, voglia di viaggiare), ‚Windschatten'( letteralmente ‚vento-ombra‘, meglio: versante sottovento) und ‚genau'(preciso, corretto, giusto). quest’ultimo mi fa sorridere. anni fa ho lavorato presso un liceo e verso la fine dell’anno scolastico ho scoperto ch’è il mio nickname fu ‚Frau Genau‘.

Ho chiesto un po‘ in giro fra i miei alunni e famigliari: signor p. ama ‚Prosit'(‚cin cin‘) – pensando all’oktoberfest. a francesca piace ‚Sehnsucht‘ e si ricorda tutt’ora alle poesie studiato a scuola.  barbara ha scelto ‚Trecker‘ (‚trattore‘), perchè questo è la prima parole che ha imperato facendo la ragazza alla pari in germania. roberto ha confermato ‚gemütlich‘; secondo me lui pensa ai vari  pub frequentato durante i suoi viaggi e trasferte. mio marito ama il verbo ‚liebkosen'(quindi ‚coccolare‘, ‚accarezzare‘) 🙂 e i miei bimbi bilingue preferiscono  ’selbstverständlich‘ (naturalmente/ovviamente, un ‚avverbio difficile da pronunciare) , ‚Keks‘ (‚biscotto‘; secondo mia figlia ha un suono quadrato che rispecchia il carattere del popolo)  e poi ‚Hund‘ (‚cane‘, a causa del ‚h‘). io non ho nessuna preferenza, però  ‚bequem‘ (comodo, confortevole) suona bene. ma ho la mia parola preferita italiana:  ‚cucciola‘. una delle miei figlia ha avuto un incidente  nel anno scorso, riportando una ferita brutta nel viso.  tutti mi chiedevano: „come va la tua cucciola?“ oder „come sta la cucciolina?“. conscevo già il significato di questo vocabolo, ma in quel momento lo trovai così caldo, affettuoso, pieno di amicizia e amore vero. l’amore materna ha qualcosa di animalesco, non vi pare? se ci si pensa, è molto simpatico l’idea di mettere sullo stesso livello i bimbi umani con quelli dei animali. per finire,  mi piace anche ‚crepuscolo‘- basta vedere mio nome su twitter.

e voi, carissimi lettori? avete anche voi una parole preferita, indipendentamente dalla lingua? se volete rispondetemi attraverso la funzione del kommentar!

a presto und bis bald!

‚prof‘ auf zeit oder drei elfchen aus der schule

ich hatte vergangenen monat einen tollen job. im rahmen einer art projektwoche, durfte ich (und eine kollegin) zwei wochen lang an einem wirtschaftsgymnasium einen intensiv-deutschsprachkurs durchführen. der schwerpunkt lag nicht auf der grammatik, sondern auf der konversation. klasse, 18 stunden nur reden, mit einer elfköpfigen gruppe, die sich aus 12 -und 13klässlerinnen zusammensetzte. innerlich muss ich immer grinsen, wenn ich dann von den ’studentesse‘ prof genannt werde. das ist hier die landestytische anrede für lehrer, ab der 6. klasse aufwärts. ich bin kein  formaler mensch, so  dass ich mich als ‚professoressa‘ aufsielen möchte; jedoch ist diese rolle sehr spannend. mir macht so etwas riesigen spass.

und ich verbinde gerne eigene interessen mit der arbeit. und so wurden an einem vormittag elfchen geschrieben. diese eignen sich wirklich ideal für einen abwechslungsreichen, kreativen (fremd)sprachenunterricht. hier drei ergebnisse, so wiedergegeben, wie sie  abgefasst worden sind (tausend dank nochmals) :

Schlaf

jeden Tag

in dem Bett

ich träume den Urlaub

frei

(Bousso)

 

Farbe

der Markt

Gewurze und Musik

Aromas in der Luft

Asien

(Giulia)

 

Regen

auf Wasser

mit große Tropfen

das Wasser bewegen sich

Regenbogen

(Irina)

 

was haben schwaben und italiener gemeinsam? cosa hanno in comune gli italiani e gli svevi?

wenn man  in zwei sprachen lebt, so wie ich, fallen erst einmal all die erheblichen unterschiede auf, die das erlernen der anderen sprache so schwer gestalten;  hat man dann aber  die linguistischen feinheiten erkannt und verinnerlicht, ändert sich die lage. eine liste mit gemeinsamkeiten entsteht.

nun denn, was verbindet die schwaben mit den italienern? es ist die kreative und phantasievolle vorliebe für schimpfworte. ganz speziell will ich euch heute die vorsilbe ’sau‘ bzw. ‚porca/porco‘ vorstellen.

die schwaben bruddeln:

saudackl = echtes rindsvieh

saudagl= unumgänglicher mensch

saudenge= böse frau

saudomm= unintelligent

sauhond= böser mann

’so an sausoich‘ dürft ihr im web selber nachlesen

es gibt ’sau‘ auch als positive variante bei

saumäßig (sehr), sauguat (unheimlich gut), saukatz (tolle frau)

hier findet ihr weiteres: http://www.undinger.de/dictionairle/

 

betrachten wir nun eine kleine gruppe italienischer schimpfworte. meine quelle:  lebenserfahrung pur

porca balena= sauwal

porco cane= schweinehund

porco mondo= schweinewelt

porca miseria= saujammer, sauerbärmlich

porca paletta= sauschaufel

porca trota= sauforelle

porca vacca= saukuh

Ist doch auch nicht schlecht, oder?

Quando si impara a (con)vivere con due lingue, come me, l’inzio non è mai facile. troppe le differenze che ti ostacolano lo studio. però, quando sei alla conoscenza delle finezze linguistiche, anche quelle più piccole, ti rendi conto che ci sono anche delle somiglianze. Quindi, cosa hanno in comune gli italieni ed gli svevi (popolazione del sud della germania)? L’amore per parolacce fantasiose e creativi. vogliamo analizzare in particolare il prefisso ’sau‘ cioè ‚porca/porco‘?

gli svevi dicono:

saudackl = bue, animale (nel senso di una persona poco intelligente)

saudagl= misantropo

saudenge= donna cattiva

saudomm= ignorante

sauhond= persona/uomo cattiva

’so an sausoich‘ questo dovete controlle voi stessi presso  nachlesen

’sau‘ si usa anche in un senso positivo

saumäßig (molto), sauguat (veramente bene/buono), saukatz (bella donna)

qui potete trovare altro: http://www.undinger.de/dictionairle/

 

in confronto ho tradotto qui l’italiano:

porca balena= sauwal

porco cane= schweinehund

porco mondo= schweinewelt

porca miseria= saujammer, sauerbärmlich

porca paletta= sauschaufel

porca trota= sauforelle

porca vacca= saukuh

 

post scriptum: bruddeln= brontolare (past doch auch irgendiwe zusammen?)

i tedeschi sempre puliti

Perchè in Germania tutto e tutti sono sempre così puliti? Perchè „putzano“ tutto il giorno.

Fa ridere, no?

Questo giocho di parole rappresenta il noto fenomeno linguistico dei cosidetti ‚amici falsi‘. esse sono parole che in due diverse lingue si assomigliano ma hanno un significato diverso. ‚Putzen‘ non vuol dire ‚puzzare‘ ma ‚pulire‘. Mia suocera era sempre molto preoccupata quando mi senti esclamare:“Kinder, Zähne putzen!“ Poverina! Pensava che i suoi adorabili nipotini puzzassero; invece io, da brava mamma, mi occupava soltanto della igiene orale quoditiana. Mentre mia mamma non mi può comprendere quando uso un modo di dire italiano. Alla sera, bella stanca e sfinita, mi sento come un straccio. Nella lingua tedesca non vuol dire niente.

Eine kleine Scherzfrage stand am Anfang dieses Artikels: „Warum ist alles und warum sind alle in Deutschland immer so sauber? Weil sie immer putzen!“  Ist nicht lustig? Logisch, denn es geht um Wortspielereien, um deutsch-italienische ‚falsche Freunde‘ , also Vokabeln, die sich zwar ähneln, aber andere Bedeutungen haben. ‚Putzen‘ ist und bleibt ‚putzen‘, aber ‚puzzare‘ bedeutet ’stinken‘. Meine italienische Schwiegermutter  zeigte sich immer sehr besorgt, wenn sie mich rufen hörte:“Kinder, Zähne putzen!“ Die Arme, sie dachte, die süssen Enkelchen seien schmutzig und stinkig! Andersherum betrachtet, würde meine Mutter mich nicht verstehen, wenn ich einen italienischen Ausdruck verwenden würde: Abends bin ich immer ziemlich müde und ausgelaugt. Ich fühle mich also ‚wie ein Putzlappen‘.

Hier eine nette Internetseite über weitere ‚falsche Freunde‘: http://www.reise-nach-italien.de/falsche-freunde1.html

 

Come sopravvivere a scuola

Non sai come sopravvivere a scuola? C’è qualcuno che ti da fastidio? Prova a difenderti con il tedesco! Mia figlia ha trovato un metodo infallibile. Bastava tradurre letteralmente alcuni modi di dire tedeschi9 che esprimono disprezzo in italiano e lei è riuscita ad allontanare immediatamente persone che non si comportavano in modo corretto. Mia figlia dava chiaramente il segnale “Stai lontano da me” e in effetti loro rimanevano con la bocca aperta e talmente sbalorditi che lasciavano in pace la ragazza. Probabilmente, secondo mio avviso, considerano mia figlia una ‘mezza matta geniale’ però il suo metodo funziona. Sperimenta anche tu!
Ecco qui una scelta di simpatiche frase da applicare:

“Ho il naso pieno di te.”
“Non ti posso annusare.”
“Mi vai sui nervi.”
“Mi cadi sulla sveglia.”
“Mi vai sul biscotto.”
“Mi porti sulla palma.”
“Mi fai venire fuori dalla cassetta.”

A tutti un buona anno scolastico! 🙂