frapalymo november 18, „licht“

der letzte Impuls, der letzte #frapalymo-Tag für dieses Jahr. Thema war „Licht“.

 

Manchmal, er ist launisch,

steht er am Rande

des Fensterausblickes

 

sein Gestein trägt blau

aber heute kleidet er feinste

Wintergarderobe

 

er spielt der Sonne und

bei Wetterlagen

Streiche versteckt sich

oder stellt sich ins richtige Licht

der Resegoneberg.

 

 

Kleine Anmerkung: der Resegone ist der Hausberg von Lecco, wird zu den Alpi Orobie (Voralpen Bergamo) gezählt und machmal, aber eben nur machmal baut er sich vor meinen Fenstern auf. als obe er noch einen anderes Domizil hätte.

 

 

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frapalymo november 18, „kitschgedicht“

Ciaone!

 

In der Fremde

Frauenfreundinnen

gefunden.

abbracci

bellissima carissima

dolce sei

Mag’s auch kitschig klingen

es ist das Temperament das

achtungsvolle baci bacioni

 

Ich hatte zwei Ideen, habe nun zwei „Kitschgedichte“, noch unfertig, aber veröffentlichbar, hoffe ich mal. #frapalymo

 

Dirndl

stets gehasst

weiß berüschte Bluse

für die Kirche am Sonntag

Trachtenpüppchen

 

 

 

frapalymo november 18, „rabe“

der heutige impuls hieß: „gleiche anfangszeile für alle – beginnt eure texte alle mit: „du, weißt du, wie ein rabe schreit“ – der anfangszeile des gedichts „du, weißt du“ von selma meerbaum-eisinger .

 

du, weißt du, wie ein rabe schreit∗

ja, du, ich weiß, wie ein rabe

dort drüben sich wärmend

am kamin von nachbars first

gekrallt

sitzt

aus

seinem gefieder

nebel melancholie verderben

streut

 

du, weißt du, wie ein rabe schreit

wenn Sonne ist?

 

#frapalymo

frapalymo november 18, „cento“

die aufgabe lautete, ein „cento“ bzw. ein flickengedicht zu schreiben. hier könnt ihr alles und alle anderen (nach-)lesen. ich habe mich auf meine Gedichte dieser #frapalymo-Ausgabe bezogen; nicht immer die komplette Textzeile benutzt.

 

er war gut so

dort fliegt der Zufall

wollte

Menschen

Geschichten

ob gross oder klein

die Kleider ablegen

den Rest verpackt

Kopf Wort Auge Hand atmen lassen

dichtend

immer weiter im Wortort

die Kleine

die lange die kleine blieb

bewohnt das Wort

ich bin

mensch und zerbrechlich

ich wünschte

ich könnte  kreisen abwarten hoffen

unendlich sich wiederholend

vertraut auf die Zeit

in Pergamentfalten reifen

frapalymo november 18, „flucht und asyl“

ich bin gast

aus mitteleuropa

dank oktoberfest und merkel

hoch angesehen.

 

menschen, die ich kenne,

aus albanien wollen wieder zurück

aus rumanien zogen letzten monat weiter

aus marokko machten tolle kindergeburtstage.

 

ich bin gast

aus mitteleuropa

und sehe fern:

die inseln hier

ob gross oder klein

sind arm und zerbrechlich und wissen nicht weiter

wohin mit den särgen

 

ich bin gast

aus mitteleuropa

und habe das geld für den reichsten

supermercato hier

und der zufall wollte

dass ich die schweigeminute für lampedusa

zwischen den mehr als mannshohen regalen

beging

 

ich bin

mensch und beweinte

die toten.

 

 

ein tiefgehender impuls, „flucht und asyl“, heute bei sophie paulchen.

frapalymo november 18, „kindheitshelden“

es war einmal ein

spinn-nicht-rum-gerufe.

aber die kleine

die lange die kleine blieb

spann geschichten

immer weiter

auf dem schulhof im garten

im dunkeln unter der decke

und floh mit freibeutern

in den wilden westen, nach schweden, nach kroatien.

und wenn sie nicht gestorben ist, dann spinnt sie auch noch heute.

 

Kinderhelden und Kinderheldinnen hatte ich einfach zu viele, als dass ich für den heutigen Impuls eine einzige Figur hätte auswählen  können.

frapalymo november 18, „traum“

er war ein gut so

erneut ein umzug

wieder in die alte wohnung

aber mit mittelmeerblick

unser kaninchen war acht

ein hund, der langersehnte

und die kinder

eines fehlte

jedoch ich wusste

es ist dort, wohin es wollte.

Der Große macht Kaffee

ich grinse und kuschele

noch ein Weilchen mit dem Leben.

 

 

 

 

mein verdichteter traum, passend zum impuls beim #frapalymo

frapalymo november 18, „she lives the poetry she cannot write“

 

Meditation 

 

Die Fontanelle atmen lassen

Es ziehen ein Gedanke, ein Bild

sich wiederholend auch mehrere

 

Die Fontanelle atmen lassen

Kopf Wort Auge Hand

Formlos bewohnt das Wort den Äther.

Dort zu leben

im Wortort

dichtend…

 

Mein Gedicht zum im Titel genannten Impuls bei Sophie Paulchen.